Ausweichen nur nach links?
Beim Sicherheitstraining stelle ich regelmäßig fest, daß das nach links ausweichen besser klappt, als das nach rechts ausweichen. Vielleicht wird diese „Schokoladenseite“ auch noch unterstützt, wenn man es in der Fahrschule nur nach links beigebracht kriegt. Und dabei kann ich mir viele Gründe vorstellen, die ein Ausweichen nach rechts erforderlich machen. Stellt Euch nur den Gegenverkehr vor, der vor Euch links abbiegen möchte und in Eure Fahrspur hinein fährt, weil Ihr im toten Winkel seiner A-Säule wart. Oder den Querverkehr von links, der Euch die Vorfahrt nimmt, weil er Eure Geschwindigkeit unterschätzt hat. Oder oder oder. Es gibt keine Entschuldigung dafür und auch keinen Grund, die rechte Seite zu vernachlässigen, finde ich. Übrigens erstreckt sich diese linke Schokoladenseite auch auf`s Kurvenfahren. Die meisten Biker liebäugeln mit Linkskurven, dem nach links wenden…:, dem Auf- und Absteigen von links. Na, wie geht`s Euch denn so bei diesen Gedanken.
Beim Training stelle ich allgemein ein großes Defizit in Sachen Ausweichen fest. Vor allem, wenn das Hindernis höher und breiter wird (also dem Ausmaß, noch lang nicht der Silhouette, eines kleinen Pkw`s ähnelt)
Man verkrampft sich, gibt den Lenkimpuls zu
zaghaft, hält das Motorrad mit dem ganzen Körper fest, kriegt den Blick nicht weg vom Hindernis, kommt zwar raus und am Hindernis vorbei, aber nicht mehr zurück auf die ursprüngliche Fahrlinie….. um die häufigsten Probleme zu nennen.
Und Ihr wißt, was hilft, gell? Trainieren, trainieren, trainieren, denn von nix kommt nix!
Der Vergleich PKW / Motorrad ist für Ausweichmanöver interessant:
Selbst viele Motorradfahrer entscheiden sich auf die Frage nach der besseren Ausweicheignung von Auto und Motorrad häufig für’s Zweirad. Nur bei relativ geringer Geschwindigkeit (bis ca. 70 km/h) und griffiger Fahrbahn ist das richtig. Je höher das Tempo, um so nachteiliger wird die Sache für das Motorrad. Denn, wie bereits erwähnt, nehmen die Kreiselkräfte der Räder und somit die Richtungsstabilität mit zunehmender Geschwindigkeit zu. Infolge des umgekehrten Lenkverhaltens fährt das Motorrad zunächst in Richtung Hindernis und dann erst per Schräglage weg davon. Der Autofahrer hingegen lenkt sofort in die gewünschte Richtung, er kann sogar das Rutschen der Räder in Kauf nehmen, da für ihn kein Sturzrisiko besteht.
