Die Kräfte
Beim Kurvenfahren entsteht eine Kraft, die jeder selbst spüren kann, die Fliehkraft. Sie ist abhängig vom Kurvenradius und der Geschwindigkeit . Daneben wirkt natürlich die Erdanziehungskraft auf den Fahrer und das Fahrzeug ein.
Da die Fliehkraft waagerecht zur Kurvenaußenseite wirkt, die Schwerkraft jedoch senkrecht nach unten, ergibt sich eine resultierende Kraft, die das Zweirad nur dann nicht umwirft, wenn sie durch die Mitte der Reifenaufstandsflächen läuft.
Skizze:

Die Fahrzeugmasse, die zu gleichem Betrag an der Fliehkraft, wie an der Gewichtskraft beteiligt ist, hebt sich also selbst auf. Das bedeutet, die erforderliche Schräglage ist unabhängig vom Gewicht der Maschine.
Einen Einfluß hat aber neben der Schwerpunkthöhe (je niedriger der S., desto stärker muß das Motorrad geneigt werden) hauptsächlich die Reifenbreite.
Die Wirkungen von Gewichtskraft und Fliehkraft greifen im gemeinsamen Schwerpunkt von Fahrer und Motorrad an. Da mit dem Neigen des Motorrades die Reifenaufstandsfläche seitlich zur Kurveninnenseite hin auswandert – bei


Breitreifen stärker als bei schmalen Reifen – muß der Schwerpunkt S nach S´ verschoben werden, damit die Resultierende durch die Mitte der Reifenaufstandsfläche geht. Das Motorrad muß also stärker geneigt werden.
Ein Sportmotorrad mit breiten Reifen muß also stärker geneigt werden als ein klassisches Motorrad mit schmalen Reifen (Bei gleichem Kurvenradius und gleicher Geschwindigkeit).
(Skizzen: DVR)
