Die optimale Gefahrbremsung
Die optimale Gefahrbremsung ist dann gegeben, wenn der Fahrer während der gesamten Bremsung Vorder- und Hinterrad im optimalen Schlupfbereich von etwa 20-25% hält. Da sich aber im Verlauf einer Bremsung die Reibwerte in der Bremsanlage verändern (optimal erst bei einer Bremsbelagtemperatur von 250 – 300 °C), von den Reibwertveränderungen der Fahrbahn ganz zu schweigen, muß er die jeweiligen Bremsdrücke an Vorderrad und Hinterrad hochsensibel regeln. Und damit dürfte auch der noch so geübte Fahrer überfordert sein, denn der Mensch ist aufgrund seiner psychomotorischen Ausstattung nicht in der Lage die fahrphysikalischen Forderungen an optimales Bremsen umzusetzen und schon gar nicht, wenn der Feind „Schreck“ dazukommt. Wer also möglichst optimal bremsen will, so wie es eine Notsituation nun mal fordert, kommt nicht umhin, sich vorrangig auf die Dosierung der wichtigeren Vorderradbremse zu konzentrieren.
Die Hinterradbremse sollte aber nicht gänzlich außer acht gelassen werden (zu verschenken hat man nichts), sondern bei Geradeausbremsungen aus innerstädtischem Tempo schlagartig blockiert werden.
Vorne dosiert – hinten blockiert
Eine Regel mit Ausnahmen:
Nicht in der Kurve (es muß auch die Hinterradbremse dosiert werden)
Bei sehr glatter oder gewölbter Fahrbahn muß die Hinterradbremse gelöst werden, wenn infolge Blockieren des Hinterrads das Motorrad gefährlich instabil wird. Das wieder anrollende Hinterrad baut sofort Seitenführungskräfte, die das Motorrad stabilisieren.
Nur sollte der Fahrer vorher gelernt haben, dabei nicht auch die Vorderradbremse zu lösen……..!

