ABS?
Jeder Fahrzeugwechsel macht ein „Einbremsen“ erforderlich, so muß ein ABS Fahrer, der mit einem Nicht ABS Motorrad bremst sich erst wieder mit der richtigen Dosierung der Vorderradbremse bei Geradeausbremsung auseinandersetzen und den Lösereflex erlernen, ebenso das Lösen der Hinterradbremse (wenn erforderlich), ohne dabei die Vorderradbremse zu lösen.
Andersherum muß ein Motorradfahrer, der zum ersten mal ein ABS Motorrad abbremst, lernen sich zu trauen, der Technik zu vertrauen und seine Hemmschwelle abzubauen- denn er kann jetzt den Bremshebel voll zuziehen und auch das will gelernt sein. Jeder Motorradtyp hat nun einmal aufgrund seiner konstruktiven Auslegung (Bremsanlage, Reifen, Geometrie…)bestimmte Eigenheiten, die ein spezielles Training mit Fahr- und Bremsübungen erforderlich machen.
Im Gelände kann ein stehendes (blockiertes) Rad wirksamere Verzögerungen erbringen, da es einen Keil vor sich aufbaut und dieser Widerstand zusätzliche Verzögerung bringt. Daher gibt es bei Geländemotorrädern, wie etwa der BMW R 1150 GS ein abschaltbares ABS.
Im Rennsport kommt es auf 6 kg Gewicht beim Beschleunigen und auf das letzte Quentchen beim Verzögern an einer bestimmten Stelle an, so verzichtet der Profi auf ABS und muß sich auf sein persönliches Training und die eigene Fahrkunst verlassen.
Allerdings bleiben die Vorzüge des ABS für den „Normalfahrer“ im Straßenverkehr davon unberührt.
In der Kurve ist das ABS selbstverständlich voll funktionsfähig, es muß allerdings mit fahrdynamischen Effekten (extreme Brems-Lenkmomente, pulsierender Reifenschräglauf) gerechnet werden, die den Einsatz während der Kurvenfahrt problematisch machen. Auf dieses Problem wird an späterer Stelle nochmals genauer darauf eingegangen werden.
Nur wer fertige Programme abrufen kann – und zwar sofort das jeweils richtige, für Korrekturen sind die Chancen meist schlecht – fährt sicherer.
