Wie ist das mit dem Reifendruck?

Das Stiefkind eines jeden Autofahrers:
Wieviel Reifendruck ist erforderlich: Der Fahrzeughersteller gibt einen Reifendruck an, an dem er durch den Fahrzeugtyp bestimmt, mit welchen Fahrverhalten sich der Fahrer durch die Straßen bewegen darf. Auffällig bei jedem Fahrzeughersteller ist, daß es Unterschiede bei „normaler“ und „sportlicher“ Ausstattung gibt. Das bedeutet ein Fahrzeug mit einem kleinen Motor wird vom Fahrzeughersteller mit wenig Reifendruck empfohlen. Das selbe Fahrzeug mit einem starken Motor soll mit höherem Reifendruck gefahren werden. Woran liegt das? Der Fahrzeughersteller ist der Meinung, daß der Fahrer eines Wagen mit einem schwachen Motor, nicht sportlich fährt und dadurch mit einem sehr geringen Reifendrucks und somit einem weichen, komfortablen Reifen durch die Lande fährt. Der Fahrer eines sportlichen Fahrzeug erhält eine Empfehlung mit mehr Reifendruck zu Fahren.
Diese Druckangaben sind immer als Mindestdrücke anzusehen.

Warum unterschiedlich Drücke?
Wir alle wissen vom Fahrrad, wenn wir mit wenig Reifendruck fahren, haben wir einen weichen Reifen aber einen großen Rollwiderstand. Fahren wir mit viel Reifendruck, dann haben wir einen nicht so komfortablen Reifen, aber einen geringen Rollwiderstand. So wird vorzugsweise mit einem Rennrad gefahren.
Der Fahrzeughersteller muß Kompromisse eingehen. Möchte er ein sehr komfortablen Wagen verkaufen, dann wird der Reifendruck auf ein Minimum gesenkt. Gleichzeitig sollte dieses Fahrzeug aber auch noch sicher durch Kurve fahren und beim Bremsen früh zu stehen kommen. Bei sportlichen Fahrzeugen ist das umgekehrt,

wobei im Normalfall der Reifendruck auch hier am unterm Limit liegt, da man Klappergeräusche vermeiden möchte, denn der Kunde soll schließlich noch einmal ein Auto kaufen.

Der Reifenhersteller hat andere Interessen, er möchte, daß sein Reifen gleichmäßig abgefahren wird, er sich durch kurze Bremswege und durch hohe Kurvengeschwindigkeiten auszeichnet. Das ist nur durch einen entsprechend hohen Reifendruck zu erreichen. Daher gibt der Reifenhersteller einen Reifendruck an, mit dem sein Reifen zu fahren ist. Das wird auf der Reifenflanke angegeben unter „MAX LOAD“. Dort findet man die Druckangabe in PSI, einer amerikanischen Druckeinheit. Diese Druckeinheit finden wir wieder an der Tankstelle auf dem Reifenfüllgerät.

Die Reifendruck-Ermittlung der Hersteller verläuft so, das eine Fahrzeug auf ein bestimmtes Fahrverhalten abgestimmt wird. Hierbei wird ein untersteuern ( Schieben über die Vorderräder) erwünscht. Ist das Fahrzeug von der Konzeption aber so veranlagt, das es übersteuert (über die Hinterräder rutscht) und das durch Fahrwerkesveränderungen nicht zu regeln ist, hilft man sich mit dem Reifendruck. Beispielsweise Fahrzeuge mit Standardantrieb (Motor vorne Antrieb hinten) oder Heckantrieb (Motor und Antrieb hinten).
Fahrzeuge wie BMW oder Mercedes-Benz. Bestes Beispiel MCC Smart: Vorne, so gut wie keinen Reifendruck (1.4 bar) und hinten einiges mehr ( 2.1 bar). Leider bleibt der Smart trotzdem eine „Heckschleuder“. Aber auch alle anderen Hersteller machen ihre Fahrwerks-Feinabstimmung über den Reifendruck.

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