Warum unterschiedlich Drücke?
Bremsen mit geringem Reifendruck:
Beim Bremsen stütz sich die Felge über die Flanken des Reifens ab. Ist jetzt zuwenig Reifendruck vorhanden schiebt sich die Lauffläche des Reifens nach oben und verliert somit wertvolle Reifenhaftung. Dadurch bremst man auf den zwei äußeren Stellen der Reifenlauffläche. Sehen kann man das gut an einer Blockier-Bremspur, die an den Außenseiten bei zu geringem Reifendruck viel dunkler ist, als in der Mitte.
Schnelle Kurvenfahrt mit zu geringem Reifendruck:
Genauso wie beim Bremsen führt ein geringer Reifendruck in Kurvenfahrt dazu, daß der Reifen seine normale Form verläßt. Durch die Zentrifugalkraft der Kurve benötigt man am Reifen eine Seitenführungskraft. Diese versucht den Reifen von der Felge zu drücken. Ist der Reifendruck zu schwach dieser Kraft entgegen zu wirken, verformt sich der Reifen soweit, daß die Lauffläche, die der Innenkurve zugewand ist, sich von der Fahrbahn abhebt. Gleichzeitig berührt auf der Kurvenaußenseite die Reifenflanke die Fahrbahn. In der Regel fängt jetzt der Reifen an zu Rutschen da wir die Grenze der Haftreibung für diesen Reifenzustand überschreiten.
Werden die Vorderreifen, bei richtiger Einstellung von Spur, Sturz und Spreizung, an den Außenseiten immer stak abgefahren, ist dies ein klares Indiz für einen zu geringen Reifendruck.
Differenzdruck zwischen Vorder- und Hinterachse:
Der Differenzdruck zwischen den Achsen sollte immer erhalten bleiben, denn dadurch hat der Fahrzeughersteller sein Fahrzeug abgestimmt. Empfehlenswert ist es den Reifendruck anzuheben. Man sollte die Achse, die am Fahrzeug einen höheren Druck bekommt mit dem maximalen Druck füllen, den der Reifenhersteller angibt und der anderen Achse den geringeren Druck geben, der der Differenz der Angaben des Fahrzeugherstellers entspricht. Beispielsweise Vorderachse 1,9 bar und Hinterachse 2,3 bar ergibt 0,4 bar Differenzdruck. Neuer Fülldruck: Bei 44psi/300 kPa „MAX. LOAD“ Vorderachse 2,6 bar Hinterachse 3,0 bar.
