KLAMOTTEN UND WAS SONST NOCH SO SCHÜTZT
Da uns Bikern nicht nur die Knautschzone fehlt, sondern auch der Sicherheitsgurt und der Airbag, tun wir gut daran, sensibel und bewußt mit unserem Körper umzugehen. Denn so leicht austauschbar wie ein Blechknäuel ist er ja schließlich nicht… .
Wem der Gedanke an schützendes Leder bei sommerlichen Temperaturen eine Gänsehaut bereitet, der sollte sich vorstellen, wie ungeschützte Knie oder Ellenbogen mit nicht unwesentlicher Geschwindigkeit über den Asphalt raspeln, die Haut sich in wenigen Millisekunden abgerieben hat und nun die Knochen dran sind…..- die Gänsehaut wird heftiger, bei mir jedenfalls. Und dann zieh ich mich gescheit an oder fahre nicht.
Ich denke, Motorradfahren hat sehr viel mit Disziplin zu tun, auch dieser Bereich. Leider tummeln immer noch ein paar Unbelehrbare oder Uneinsichtige auf den Straßen, die glauben, mit Helm, Fransenjacke und aufgepolsterten Jeans sei dem Unfallschutz Genüge getan.
Kaum ein Motorradfahrer fällt beim Sturz nur auf ein Körperteil. Schon ein Überschlag reicht aus, um Verletzungen vom Scheitel bis zur Sohle davonzutragen.
Deshalb sei jedem Biker dringend empfohlen, bei jeder auch noch so kurzen Fahrt, wie etwa zur Tankstelle oder eben mal Kippen holen, die vollständige Schutzkleidung anzuziehen oder den Scooter zu nehmen. Denn treffen kann`s uns alle, ob „Chopper“, „Tourer“, „Sportler“ oder „Endurist“ und nicht selten gleich um die Ecke oder sogar direkt vor der Haustür. Wenn`s passiert ist, dürfte die Frage von Vorfahrt oder Schuld allenfalls bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung von Bedeutung sein: Als Motorradfahrer zieht man immer den Kürzeren.
HELM:
Das wichtigste Argument ist immer, daß er auch paßt! Denn bei nur 3mm „Spielraum“ zwischen Kopf und Helm gehen bereits ca. 20% der Dämpfungseigenschaft des Helms verloren! Und daß jeder Helm mit der Zeit größer wird, wissen wir alle. Schweiß und Talg sorgen dafür, daß das Innenpolster zusammenschrumpft. Wer eine Sturmhaube trägt hat länger einen passenden Helm und zudem mehr Hygiene, denn waschen kann man diese einiges problemloser.
Nur ein Helm, der vor allem beim Sturz oder Unfall auf dem Kopf bleibt, kann schützen!!! Und deshalb macht bitte auch immer Euren Kinnriemen zu und zwar so stramm, daß maximal ein Finger zwischen Kinn und Riemen paßt.
Mein Bruder hatte vor längerer Zeit einen Motorradunfall. Ein Mercedes-Fahrer war vor ihm links abgebogen und er krachte in die Beifahrertür. Bevor sein Kopf den Boden berührt hatte, flog der Helm in hohem Bogen davon. Nun, er hatte wahnsinnig Glück, denn bis auf eine kahle Stelle am Kopf, auf der keine Haare mehr wachsen und den vielen Narben am rechten Bein, welches mehrmals zusammengeschraubt werden mußte , erinnert heute nichts mehr an dieses schreckliche Unglück.
Wer einen neuen Helm erwirbt, der sollte nicht nur auf das Vorhandensein des ECE-Aufnähers am Kinnriemen oder in der Innenpolsterung achten, sondern auch auf die Zahlenreihe. Beginnt diese mit 04 statt 03, so entspricht der Helm der letzten erweiterten Norm mit verbesserten Testkriterien.
Ob das Objekt der Begierde aus Thermoplast (z.B.Polyamid, Polycarbonat) oder Duroplast (z.B. GfK, Kevlar) gemacht wurde, spielt bei der Aufschlagdämpfung keine Rolle. Das hat eher etwas mit der Alterungsbeständigkeit zu tun.
