Wer aufhört besser werden zu wollen, hört auf gut zu sein.
Eine weise Aussage, die sicherlich auf mehrere Bereiche des Lebens, nicht nur auf den des Motorradfahrens zutrifft. Besser Motorrad fahren beinhaltet aber nicht nur das trainieren verschiedener Fahr- und Notmanöver. Es umfaßt vielmehr auch das Wissen um fahrphysikalische Gesetzmäßigkeiten, ein grobes technisches Verständnis und vor allem ein hohes Maß an Sensibilität für sich selber. Denn primär geht es immer um die „obere Hälfte des Motorrads“ (Buchtipp: Prof.Dr. Bernt Spiegel/Vogel Verlag), sprich entscheidend ist immer der Mensch, der die Technik bedient.
Die gesetzliche Berechtigung ein Motorrad zu fahren setzt heute zwar eine wesentlich umfassendere Ausbildung voraus als vor ein paar Jahren, dennoch ist der Führerschein nur als Berechtigung anzusehen, im Realverkehr alleine weiter zu üben. Während der Ausbildungszeit können vom Fahrlehrer nur Grundlagen vermittelt werden, die je nach Identifizierung und Herzblut dessen mehr oder weniger intensiv antrainiert werden.
Oft spielen auch finanzielle Aspekte eine nicht ganz untergeordnete Rolle, zudem ist auch heut zutage keiner stolz auf eine hohe Fahrstundenanzahl, da diese eher für motorisches Ungeschick spricht. Ganz anders als zum Beispiel beim Tennisspielen oder Klavierstunden nehmen. In diesen Bereichen sprechen viele Stunden zweifels ohne auch für ein gutes Resultat. Merkwürdig eigentlich, denn die Gefahr, sich beim Tennisspielen oder Klavierspielen ernsthaft zu verletzen, dürfte wohl um einiges geringer sein, als beim Motorradfahren.

