Es wird schon nichts passieren
oder „ich fahre ja langsam“ sind häufige Ausreden vor sich selber. Sie beruhigen aber allemal nur das eigene Gewissen oder kurzfristig besorgte Gemüter wohlwollender Menschen. Denn zum Motorrad fahren gehört sicher mehr als ein gutes „Gottvertrauen“.
Motorrad fahren ist von den physischen und psychischen Anforderungen durchaus einem Hochleistungssport gleichzusetzen. Der Fahrer ist nicht nur der jeweiligen Witterung nahezu schonungslos ausgesetzt, er muß dabei auch mit seinem Verkehrsumfeld permanent kritisch umgehen und den Mensch als Risikofaktor akzeptieren. Er sollte vor allem die eigene Psyche, sein Fahrkönnen und seinen Motorradtyp als Ursache für den jeweiligen Fahrstil erkennen, sich weiterhin der eigenen Einstellung zum Thema Motorrad fahren bewußt werden und sein Wissen und Können, vor allem die eigene Emotionalität realistisch einschätzen. Neben den gesamten Anforderungen, die es zu bewältigen gibt, ist die Sensibilität für den eigenen Körper wichtig, d.h. Kopf und Bauch müssen sich ergänzen. Ein Fahrer, der „per Du“ ist mit seinem Motorrad, hört die „Geschichte“, die das Motorrad erzählt und interpretiert sie richtig.
Um diese Beziehung zwischen Mensch und Maschine geht es primär bei den Motorradtrainings, denn nicht nur nach der Winterpause muß verstärkt daran gearbeitet werden, vielmehr sollte jede Fahrt beziehungsfördernde Trainingsaspekte beinhalten.
Denn je inniger die Beziehung zwischen Mensch und Maschine, desto besser ist die Fahrzeugbeherrschung und damit steigt nicht nur der Fahrspaß, sondern es erweitern sich auch die Kapazitäten für die Verkehrs-, Partner- und Selbstbeobachtung. Damit wird das Motorrad fahren sicherer und somit zum weitgehend kalkulierbaren Risiko.

