Fahrbahnlesen I
WAS DU „DRUNTER“ HAST!
Ihr könnt Euren Gefahrensinn systematisch schärfen und erweitern, wenn Ihr möglichst viele potentielle Gefahrensituationen auf der „Festplatte“ abspeichert. Voraussetzung ist natürlich die Erweiterung von Wahrnehmungs- und Beurteilungskriterien, so daß Motorradfahren nicht mehr reine Gefühlssache ist, sondern wesentlich mit gezielter Spurensuche zu tun hat.
Es kommt darauf an, Fahrbahndecke und –verlauf sowie Umfeld stets aufmerksam zu beobachten, die darin enthaltenen Signale zu erkennen und in´s Fahrverhalten umzusetzen.
Fahrbahnfarbe und Spiegelung:
Alles was glatt ist glänzt.
Je dunkler die Fahrbahn (Bitumen), desto rutschig!
Markierungen:
Insbesondere bei Nässe aalglatt und oft infolge Spiegelungen schwer erkennbar. Oft auch leicht überhöht.
Rollsplitt und Sand:
Häufig nach Reparaturen der Fahrbahnoberfläche, bei denen nachträglich
Splitt in das Bindemittel eingewalzt wurde, werden die überschüssigen Kiesel oft erst nach einer mehrwöchigen Einfahrzeit abgekehrt.
Die ersten Frühlingstouren werden zum ungewollten Abenteuer, wenn man Reste von Streusand, vor allem in der Fahrbahnmitte und am Rand nicht einkalkuliert.
Metall auf der Straße: Schienen und Kanaldeckel
Über die insbesondere bei Nässe extrem glatten Schienen sollten wir im stumpfen Winkel und mit möglichst geringer Schräglage fahren, um 90° Schräglage zu vermeiden.
Kanaldeckel, die häufig auch noch vertieft oder erhöht zur Fahrbahn liegen sorgen bei Nässe gleichermaßen für einen erhöhten Adrenalinspiegel. Auch diese sollten wir meiden oder mit wenig Schräglage überfahren
Falls es zum „Rutscherle“ kommt, was unser Popometer in der Regel übrigens viel schlimmer empfindet, als es war, sollten Panikreaktionen- wie Bremsen oder Lenkervereißen- möglichst vermieden werden. Auch hier gilt mal wieder die Devise: Immer schön locker bleiben.
