plötzlich, überraschend, bedrohlich
Aus diesem feingewobenen System steigt der Fahrer schlagartig aus, wenn er erschrickt.
Dabei geschieht viel Schlimmeres, als man von außen auf den ersten Blick sehen kann. Die körperlichen Veränderungen betreffen vor allem die vegetativen Funktionen: Die Herzfrequenz schnellt hoch, die Atmung wird sofort flacher und verläuft gepreßt. Gleichzeitig spannt der Fahrer weite Bereiche seiner Muskulatur an, die Hände klammern sich um die Lenkergriffe, Zähne und Lippen sind zusammengepreßt, die Gesäßmuskeln angespannt.
Der Blick „fällt runter“.
Schreck ist ein unlustbetonter Affekt, der als Reaktion auf ein plötzlich und überraschend eintretendes Ereignis auftritt, das als bedrohlich erlebt wird (aber nicht unbedingt auch objektiv bedrohlich sein muß).
Da er ein Affekt ist, kann er kaum willentlich-verstandesmäßig beeinflußt werden. Wichtig sind die 3 genannten Bedingungen: plötzlich, überraschend, bedrohlich. Plötzlich allein genügt nicht. Es gibt tausend plötzlich
eintretende Ereignisse jeden Tag, die uns nicht im geringsten erschrecken. Alle drei Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit es zum Schreck kommt. Hier liegt der Schlüssel zu einem besseren Umgang mit der Schreckgefahr. Wenn es gelingt, einer dieser Voraussetzungen auszuschalten, ist die Gefahr gebannt. Ein schreckauslösendes Ereignis ist dann nicht mehr so überraschend, wenn wir auf dessen möglichen Eintritt vorbereitet sind. Es kommt dann zwar ebenso plötzlich, aber nicht mehr unerwartet und es erschreckt uns deshalb nicht mehr. Und ein schreckauslösendes Ereignis, das wir schon mehrmals erfolgreich bewältigt haben, ist uns vertraut, so daß wir es längst nicht als so bedrohlich erleben wie etwas völlig Unbekanntes. Der gut Trainierte wird also ungleich seltener erschrecken, denn er erlebt eine viel geringere Zahl von Ereignissen als bedrohlich.
Das ist mit ein Grund, warum bei Fahrtrainings ganz bestimmte Situationen systematisch geübt werden.
