Eine Prise Fahrpysik
Man stelle sich ein Motorrad vor, das senkrecht ohne Ständer steht.

Physikalisch besteht ein Gleichgewicht, wenn die Wirkungslinie der Erdanziehungskraft, ausgehend vom Fahrzeugschwerpunkt genau senkrecht über der Verbindungslinie der beiden Reifenaustandsflächen steht. Tatsächlich fällt das Motorrad aber relativ schnell auf eine Seite, wenn es nicht gehalten wird. Man spricht daher von einem labilen, d.h. störanfälligen Gleichgewicht. Beim Fahren stellt sich durch die Bewegung des Motorrades ein stabiles Gleichgewicht ein, welches auftretende Störungen ausgleicht.
Die Bewegungsenergie der drehenden Räder, ihr Drehimpuls, widersetzt sich den Störkräften ( dem Umfallen-Wollen) und stabilisiert so das Gleichgewicht des fahrenden Motorrades- Kreiselkraft.
Ein Fahren auf zwei Rädern wird also erst über die rotierenden Räder, insbesondere das lenkbare Vorderrad, möglich. Hinzu kommt noch ein recht raffiniertes Zusammenspiel von Trägheitskraft und Fliehkraft. Darauf gehe ich aber näher unterm Stichwort „Lenken“ ein. Aber auch ein Motorrad muß eine Geschwindigkeit von über 25 km/h fahren, damit die entstehenden Kreiselkräfte und Fliehkräfte für die Stabilisierung desselben groß genug sind. Bei der Übung Langsamfahren ist ein Fahren mit Schrittgeschwindigkeit gemeint, so daß der Fahrer selbst durch Körper- und Lenkeinsatz die Kippneigung des Motorrades ausgleichen muß.
All denjenigen, die für sich auf einem ruhigen Plätzchen trainieren wollen, d.h. ihre Beziehung zum Motorrad verbessern wollen, empfehle ich folgende „Checkliste“:
-Wo schaut Ihr hin?
-Wie sitzt Ihr drauf – wie fühlt Ihr Euch?
-Wie bedient Ihr Euer Motorrad?
